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Der deutsche Tag, eine romantische Kristallnacht und die Bildungskatastrophe

Als man im Jahre 1990 das wiedervereinigte Deutschland schuf, stellte sich neben vielem die Frage nach einem neuen Nationalfeiertag. Nach den emotionalen Erlebnissen der Revolution in der DDR, war der 9. November heiß diskutiert. Jener Tag des Mauerfalls, den die Ironie der Geschichte auf ein Datum legte, das wie kaum ein anderes die jüngere deutsche Vergangenheit in sich trug.

Das Ende der ersten demokratischen Revolution in Deutschland markiert die Erschiessung des Paulskirchenabgeordneten Robert Blum in Wien. Man schrieb den 9.11.1848. Am 9.11.1918 stürzte der Kaiser und Philipp Scheidemann rief als Folge der Novemberrevolution die Republik aus, die erste errichtete deutsche Demokratie mit dem Geburtsfehler, dass die Linke sie von Anbeginn bekämpfte, um die bolschewistische Revolution herbeizuführen, eine bornierte Rechte sie hasste, weil sie mit vagen Ständestaatsvorstellungen der alten, überlebten Ordnung hinterher trauerte. Schon ihre Geburt trug damit das Gift in sich, das zu ihrem Ende führte. Am 9.11.1923 versuchte zum ersten Mal Adolf Hitler mit einem dilettantischen Putschversuch die Macht in Deutschland an sich zu reißen, das blutige Scheitern vor den Gewehren der bayrischen Landespolizei, nahmen die Nazis zum Anlass, den Tag zu ihrem Feiertag zu machen, es war die Rede zu diesem Datum von Joseph Goebbels 1938, die den Startschuss zur Pogromnacht gab, jener Horrornacht, in dem der deutsche Zivilisationsbruch sich ein erstes Mal vor aller Welt unübersehbar manifestierte, jüdische Geschäfte geplündert und zerstört wurden, Synagogen angezündet, 30.000 jüdische Männer in die Konzentrationslager verschleppt und etwa 400 Menschen erschlagen. Die Verfolgung der Juden trat in das physische Stadium ein, das mit der Shoa als historisch beispielloses Verbrechen endete. Ein zynischer Volksmund nannte diese Nacht, ob der unendlich vielen zerschlagenen Scheiben, die Kristallnacht.

Der historische Treppenwitz, der Günter Schabowski sich an einem 9. November verplappern ließ und damit die rote Diktatur irreversibel hinweg fegte, spannte an einem Datum den Bogen von den gescheiterten und den verbrecherischen deutschen Wegen hin zu einem Neuaufbruch. Alles etwas viel Historie auf einmal, so dachte man wohl im Jahre 1990. Vielleicht auch mit Rücksicht auf das alljährliche Gedenken zur Pogromnacht, wurde ein willkürlicher Tag, der 3. Oktober, auf den man den juristischen Vollzug der Einheit legte, als Feiertag gewählt. Ein unbelasteter Tag ist ein Blick nach vorn, der sich vom Gewesenen abwendet.

Bei diesem Ansatz meinte man davon ausgehen zu können, dass das Novemberdatum sich in die Menschen spätestens ’89 eingebrannt hätte und die Schule jedem Nachgeborenen den Nationalsozialismus, seine Vorgeschichte und Verbrechen vermitteln würde, ebenso den Fall des kommunistischen Unrechtsstaates, damit unvermeidlich auch die deutsche Besonderheit dieses Tages. Im Jahre 2013 jährt sich das Novemberpogrom zum 75. Male. Das Fernsehen macht seine üblichen Sondersendungen, Feierstunden wird es geben, die Vorankündigungen laufen schon. Im schönen Thüringen gibt es eine Therme in Bad Klosterlausnitz, die eine Veranstaltung der ganz eigenen Art ihren Gästen anbot:

Kristallnacht

Damit schaffte es der Laden über ntv und Spiegel bis in die Jerusalem Post. Natürlich kann man nur auf die Idee kommen, hier wäre der Gipfelpunkt des bösartigsten Antisemitismus am Werk, eine Kristallnacht zu bewerben ist an sich ein Nogo, sie auf den 9. November zu legen, wer sollte da noch an Zufall glauben. Der Ort liegt neben Jena, jenem Schoß, aus dem der NSU kroch und dessen Bürgermeister Schröter Boykottaufrufe gegen israelische Produkte öffentlichkeitswirksam unterschreibt.

Doch noch am Tage der Entdeckung änderte die Therme den Namen der Veranstaltung und entschuldigte sich wortreich auf Facebook:

“Sehr geehrte Gäste,
in aller Form möchten wir uns für unsere unsensible Namensfindung für die Veranstaltung am 09.11.2013 entschuldigen. NATÜRLICH war das ausgesprochen unpassend. Ein kleinlauter Erklärungsversuch: Bei vielen unserer Veranstaltungen hängen wir aufgrund unseres Firmennamens häufig das Wort “Kristall” an. So auch dieses Mal. Wir bedauern das wirklich ausserordentlich und selbstverständlich war dies KEINE Absicht und glauben Sie uns, wir sind selbst ziemlich beschämt über unseren Fehler.”

Wer die weiteren Stellungnahmen der Mitarbeiter liest, wer mit ihnen telefoniert hat, der konnte das Unglaubliche lernen, es spricht vieles dafür, dass denen das wirklich nicht klar war, dass sie tatsächlich weder etwas mit einer Kristallnacht, noch der Bedeutung des 9. November anfangen konnten. Welche Schule, welches Bildungssystem, welche Eltern, welche Politik, welche Medien haben wir, die die geschichtslose Dummheit produziert? Wer den Thread liest, der unter der Entschuldigung beginnt, kann sich des Gruselns nicht erwehren. Geschenkt, dass Nazis, wie der Pressesprecher der NPD, Frank Franz, sich nicht entblödeten, ihr Süppchen zu kochen, die Reaktionen der ganz normalen jungen Deutschen ist so exemplarisch. Ein Beispiel sei herausgehoben: “…so doof wie leute die sowas extra nachrecherchieren um sich danach über vermeintliche Naziverschwörungen aufzuregen”, woraus wir lernen, dass man die Kristallnacht extra nachrecherchieren müsse, um auf sie zu kommen. Der Abwehrreflex ist heftig, wo es um die Shoa geht, ist der Wunsch übermächtig, deutsches Opfer, geknechtet von der Holocaustkeule, sein zu wollen. Wer den latenten Antisemitismus in Reinkultur erleben möchte, dem sei empfohlen, alle Kommentare durchzulesen. Überall dort, wo thematisch Juden oder Israel vorkommen, erlebt man Ähnliches. Mag sein, dass wissensfreie Dreistigkeit und die Bereitschaft, sie herauszulassen in Schröters Landen besonders groß ist, aber glaube niemand, es denke im Wessi wesentlich anders und seine Geschichtsbildung wäre höher. Die Schulen haben versagt, die Medien mit ihrer übermäßigen und nahezu durchweg negativen Israelberichterstattung ihren Teil dazu beigetragen, sich die deutsche Belastung mit antijüdischem Vorurteil erleichtern zu wollen.

Es war doch keine gute Idee, mit einem leeren Feiertag neu anzufangen. Ungeist beginnt mit Unwissen und dem Wunsch nach dem Ausstieg aus dem Erbe. Niemand der Heutigen trägt Schuld an der Vergangenheit. Aber jeder hat sein Deutschland geerbt, seine Kultur, seinen Wohlstand, seine Freiheit – und seine Verbrechen. Es lassen sich keine Rosinen picken. Wenn Schulen, Familien, Fernsehen und Internet das nicht mehr vermitteln können, dann wird es Zeit, es damit zu versuchen, aus dem unschuldigen 3. Oktober den historischen 9. November zu machen. Mindestens die Therme hätte dann vorher gewusst, auf welchem Eis sie sich bewegt.

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Erstveröffentlichung bei Schwarzweiß – Kontraste – Zwischentöne

Putz’ Fimmel

Ihren jüngsten Bericht über ihren Ausflug in die Welt islamistischer Propaganda garniert Ulrike Putz mit dem Hinweis, die Herkunft des von ihr besprochenen Videos sei unklar, eine Übersetzung stamme vom “proisraelische[n] Übersetzungsdienst Memri”.

Was will sie damit andeuten? Wer die Website des Middle East Media Research Institute aufruft, sucht dort vergeblich proisraelische Darstellungen. Es geht in den dargebotenen Clips und Übersetzungen häufig um Israel und Juden, aber doch keinesfalls positiv.

Oder ist es etwa “proisraelisch”, bittet Yusuf al-Qaradawi zum Heiligen Krieg: “With our Jihad, we strive to liberate the land of Palestine”? Was ist “proisraelisch” daran, gratuliert das “staatliche palästinensische” Fernsehen einem Terroristen zum Geburtstag?

Immer wieder darf auch Abu Mazen, “Palästinenserpräsident”, auftreten und etwa erklären, “I will never recognize the Jewishness of the state, or a ‘Jewish state'”, oder die gewaltsame Verschleppung Gilad Shalits durch die Hamas nach Gaza lobpreisen:

“Hamas kidnapped – or rather, captured – a soldier, and managed to keep him for five years, and that is a good thing.”

Was ist “proisraelisch” daran, stellt Salim Idris, “Chief of Staff” syrischer “Rebellen” klar, “Israel is an enemy country”? Sind jene Hamas-“Polizisten”, denen ihr “Minister” Fathi Hammad zuruft, sie sollten Haifa “befreien”, Kollaborateure der Regierung in Jerusalem?

Für Ulrike Putz ist MEMRI offenbar “proisraelisch”, weil es islamistische Prediger, “palästinensische” Terroristen und “Präsidenten” übersetzt und zitiert; weil es sie zeigt, wie sie sind: nämlich als vom Haß auf Juden und Israel getriebene Barbaren.

Und das, scheint’s, möchte die SPIEGEL-Journaillistin lieber verschweigen, für die es ja schon schwer erträglich ist, von der Hamas als “Gang” zu lesen. Also versucht sie MEMRI, dem sie keine einzige falsche Übersetzung vorwerfen kann, als Partei zu diffamieren.

Ist es “proisraelisch”, die Feinde Israels unkommentiert und ungefiltert zu Wort kommen zu lassen, ihre Äußerungen zu dokumentieren, was mag dann das sein, was Ulrike Putz macht? Kritischer Journalismus?

Der Kampfbegriff „Illegale Siedlungen“ ist im Kern Nazi-Terminologie

und der teuflische Versuch Israel mit den Nazis gleichzusetzen.

where-was-gd-where-was-man

Von den ~6 Millionen, die in der Shoah vernichtet wurden, geschah dies bei der Hälfte durch Deportation in Vernichtungslagern wie Sobibor, Chelmno, Belzec, Treblinka und Auschwitz. Die andere Hälfte wurde größtenteils in Russland durch Massenexekutionen ermordet.

Shoah-Opfer

Als Synonyme und Euphemismen für die Deportation und abschließender Vernichtung erfanden die Nazis die verniedlichenden Begriffe Umsiedlung bzw. Wiederansiedlung der Juden. Für den Massenmord durch Erschießung wurde der Begriff „Sonderbehandlung“ erfunden. Auf die vorhergehende Stilisierung der Juden zum „Antimenschen“ soll hier nicht eingegangen werden.

Die „Umsiedlung“ erfolgte aufgrund der Nürnberger Rassegesetze. Den Juden entzog man auf deren Grundlage die deutsche Staatsbürgerschaft und somit wurden die jüdischen Bewohner in den später von den Nazis besetzten Ländern sowie in Deutschland selbst zu illegalen Siedlern erklärt. Die Massenenteignung jüdischen Eigentums und Vertreibung waren die Folge.
Die Ghettos dienten dabei nur zum Zusammenpferchen als Durchgangslager hin zur „Endlösung“.
Zwischen 1933 und 1939 wurden bereits 80% jüdischen Eigentums zwangsenteignet, 50% aller jüdischen Geschäfte geschlossen und 50% aller Juden vertrieben und zwangsumgesiedelt. Dabei gab es fast keinen Teil der Gesellschaft, der nicht aktiv mithalf. Der Rest der jüdischen Bevölkerung wurde nach Kriegsausbruch und nach Besatzung der Kriegsgebiete durch Polizeihilfstruppen, gewöhnlicher Wehrmacht und Waffen-SS deportiert oder direkt erschossen. Das Bild vom dämonischen absolut bösen Menschen ist ein Mythos. Gerade für Auschwitz ist belegt, das der gemeine, sich in seiner Freizeit vergnügende Deutsche (und nicht nur der), zu dem absolut Bösen fähig ist.

SS-SchergenNazis von Auschwitz  vergnügen sich nach erfolgtem Massenmord

Besonders pervers war dabei die beliebte teutsche Variante „Juden Raus“ von dem heute noch beliebten Gesellschaftsspiel „Monopoly“. Ziel von „Juden Raus“ ist es, sein Land “Judenrein“ zu bekommen und möglichst viele Juden zu vertreiben. Eine Möglichkeit zu gewinnen ist, Juden nach Palästina zu vertreiben. Das „Spiel“ war für die Altersklassen 9-99 konzipiert, so dass jeder Deutsche jeden Alters zu Hause am heimeligen Wohnzimmertisch die Deportation spielerisch selber vollziehen konnte und somit in die Rolle des Täters schlüpfen durfte.

Nazi-GesellschaftsspielDas teutsche Monopoly  “Juden Raus

Im Lilly Jacob Album oder auch Auschwitz-Album genannt, wird die Ankunft der ungarischen Juden im Vernichtungslager als „Umsiedlung der Juden aus Ungarn“ bezeichnet, kurz bevor sie in die Gaskammern geschickt wurden. “Umsiedlung“ wird zum direkten Synonym zur Vernichtung der Juden. Der Weg zwischen der Gleis-Rampe und Gaskammer wurde von den Naizis als „Himmelfahrtsstrasse“ bezeichnet

Nazi-Umsiedlung

Die Lehren aus den Verbrechen der Nazis und auch der verniedlichende Begriff „Umsiedlung“, welcher Deportation und Vernichtung meint, wurden in der Genfer Konvention niedergeschrieben. Genau in dem Teil wo steht, wie eine Besatzungsmacht mit der Zivilbevölkerung umzugehen hat.

Heutzutage wird wieder in der Manier von Orwell’schem „Neusprech“ Israel „Illegale Siedlungen“ und „Vertreibung“ vorgeworfen. Dies ist der erneute, teuflische Versuch die Juden in Israel mit den Nazis gleichzusetzen und gleichzeitig das größte Verbrechen in der Menschheitsgeschichte bei sich selbst zu relativieren.
Völkerrechtlich gibt es aber KEINE illegalen Siedlungen in Israel.
Alles links des Jordans ist Israel. Bitte lesen sie dazu den ausführlichen Artikel
65 Jahre moderner Staat Israel oder die völkerrechtlich verbindliche „Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden“ vor 91 Jahren! Eine Betrachtung originaler Quellen und Zeitzeugen-Aussagen im Rückblick.

Weite Teile Europas scheint das selbst ratifizierte Völkerrecht gleichgültig zu sein. Der Antisemitismus ist so stark auf den Vormarsch wie nie nach 1945. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen.
Juden fühlen sich nicht mehr sicher und verlassen massenweise Europa. Die Pogromgefahr wächst. Vereinzelt werden Juden bereits wieder ermordet und verprügelt. Europäische Mitgliedsstaaten rufen offen zum Boykott jüdischer Waren also zu „Kauft nicht bei Juden“ auf. Beschneidung und Schächten ist oder soll verboten werden. Einzelne Universitäten haben bereits ihre Bücher „verbrannt“, in dem alle jüdische Literatur entfernt wurde.
Alles schon mal da gewesen. Die Geschichte wiederholt sich.

Besonders teuflisch und perfide ist es, wenn Europäer durch ihr antisemitisches Verhalten die Juden zur Flucht nach Israel zwingen und anschließend ihren Häuserbau als „Illegale Siedlungen“ bezeichnen.

Der heutige weltweite Vernichtungsplan aller Judenhasser für die Juden sieht vor:
Damit u.a. Europa „Judenrein“ wird, sollen alle Juden durch ihre Flucht in Israel konzentriert werden. Mithilfe der Delegitimierung des Staates Israels durch das Naziargument der erneuten „illegalen Siedlungen “ will man Israel so verkleinern, dass der Iran alle Juden mit einer Atombombe vernichten kann.

Mittel, Methoden und Terminologie der Nazis sind immer noch die Gleichen und wurden nur ins 21. Jahrhundert transformiert.

Wer die Räumung der jüdischen Siedlungen aus Judäa, Samaria oder Ost-Jerusalem fordert,
der möchte Teile Eretz Israels „Judenrein“ machen.

Die Forderung nach einem Siedlungs-Stop entspricht der Forderung zur Vernichtung Israels.

Aber noch ist es nicht so weit und eines ist in Stein gemeißelt:

Juden werden niemals mehr wie die Schafe zur Schlachtbank gehen!

Und wie gut, dass sie die Mittel dazu haben!

shoah2idf

Anhang:

– Kurze Zusammenfassung der völkerrechtlichen Situation Israels –

Am 15. Mai 1948 wurde der Staat Israel nach über 1900 Jahren Diaspora wieder gegründet. Großbritannien übertrug sein Mandat an Israel. Dieses Mandat wurde vom Völkerbund im völkerrechtlich bindenden Beschluß „Mandate for Palestine“ am 24.7.1922 an Großbritannien übertragen und einstimmig von allen 51 Mitgliedsstaaten des Völkerbundes angenommen.
Die Balfour Erklärung von 1917 sowie die San Remo Resolution von 1920 werden im „Mandate for Palestine“ integriert. Die Teilung Palästinas in ein jüdisches Palästina und ein arabisches Trans-Jordanien gemäß der in Artikel 25 definierten Grenzen wurde beschlossen. Alles links des Jordans ist der zukünftige jüdische Staat Israel und alles rechts des Jordans der zukünftige arabische Staat Jordanien. Das schließt Jerusalem, Judäa und Samaria aka „Westbank“ als Teil von Israel mit ein. Die Golanhöhen wurden Frankreich als Mandat übertragen. Gemäß Präambel soll auf dem Gebiet Palästinas die „Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden“ erfolgen. Die historische Verbindung des jüdischen Volkes mit Palästina (Eretz Israel) wird besonders vom Völkerbund betont und hervorgehoben. In Artikel 6 wird die jüdische Besiedlung von Palästina ausdrücklich erlaubt und sogar ermutigt. In Artikel 80 der Charta der Vereinten Nationen übernimmt völkerrechtlich verbindlich die UN die Beschlüsse des Völkerbundes. In Artikel 22 der Charta des Völkerbundes (Covenant of Nations) werden zukunftige Staatsgründungen für alle vorgesehen Mandate des untergegangenen Osmanischen Reiches beschlossen. Das britische Mandat für Palästina, welches Großbritannien an Israel übertragen hat, wird von der UN akzeptiert und ist bindend. Damit ist alles links des Jordans Israel. Es kann also KEINE illegalen israelischen Siedlungen links des Jordans geben! Die UN Resolution 181 der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 29.11.1947 hat keinerlei völkerrechtlich verbindlichen Charakter, wurde aber von Israel vollständig umgesetzt und kann nicht rückgängig gemacht werden. Dennoch kann nur der UN-Sicherheitsrat völkerrechtlich verbindliche Resolutionen verabschieden. Damit bleibt das „Mandate for Palestine“ des Völkerbundes letztendlich die Rechtsgrundlage. In keinem einzigen dieser historischen Dokumente bis 1948 werden die  Worte „Palästinenser“ oder „Westbank“ erwähnt, weil sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht existieren. Es ist immer von Arabern und Juden so wie von Judäa und Samaria die Rede. In allen historischen und völkerrechtlich bindenenden Beschlüssen wird immer von der „Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden“ gesprochen. Keine anderen Termini werden verwendet! Die historische Geschichte des jüdischen Volkes auf dem Gebiet ihrer jüdischen Ahnen wird anerkannt und völkerrechtlich verbindlich festgeschrieben. Die jüdische Besiedelung Israels ist völkerrechtlich erlaubt. Es gibt keine illegalen Siedlungen Israels.

Als hoffnungsvolle Schlußbemerkung für die Zukunft Israels wollen wir mit den Worten Churchills verbleiben.

“Sie sollten Jerusalem den Juden lassen, denn sie haben es berühmt gemacht” Winston Churchill 1955

Zitiert aus:
65 Jahre moderner Staat Israel oder die völkerrechtlich verbindliche „Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden“ vor 91 Jahren!

– Von Balfour über San Remo bis zum modernen Staat – Warum das heutige Jordanien das arabische Palästina ist und es keine illegalen Siedlungen in Jerusalem, Judäa und Samaria aka Westbank gibt.

Eine Betrachtung originaler Quellen und Zeitzeugen-Aussagen im Rückblick.

https://world-media-watch.org/2013/03/10/65-jahre-moderner-staat-israel-oder-die-volkerrechtlich-verbindliche-errichtung-einer-nationalen-heimstatte-fur-die-juden-vor-91-jahren/

by Israeldossiers – New York, den 28.4.2012

Für 100% Frauenquote

Oder wie man der erneuten Barbarei
in Afghanistan noch Einhalt gebieten könnte.
Ein Friedensmodell für den Mittleren-Osten

arming-afghan-women

Mit dem geplanten verantwortungslosen Rückzug der Nato-Truppen aus Afghanistan müssen wir das Allerschlimmste befürchten. Die Taliban kommen zurück an die Macht und installieren erneut ihre barbarische Schreckensherrschaft. Dies wird besonders die Frauen Afghanistans menschenverachtend treffen. Massenvergewaltigungen und Hinrichtungen von Frauen in Fußballstadien drohen erneut. Den Mädchen & Frauen wird ihr Menschenrecht auf Schule und Bildung wieder verwehrt werden.

Dabei wäre es ein Einfaches gewesen, dem Einhalt zu gebieten: 100% Frauenquote für Frauen innerhalb der afghanischen Armee!

Hätte die Nato NUR Frauen als Soldatinnen ausgebildet, hätte das Land jetzt eine loyale, der Demokratie und den Menschenrechten sich verpflichtend fühlenden Armee, die wehrhaft wäre und den Job erledigen könnte. Unter den 100.000’den Witwen & unterdrückten Frauen würden sich genug Rekrutinnen finden lassen. Man hätte damit auch die wirtschaftliche Situation der Frauen verbessert und sie aus dem menschenverachtenden Elend herausgeholt. Und indem man die Frauen aus der Burka befreit und diese durch eine Uniform tauscht, wäre auch dieses Problem aus der Welt. Die Männer würden sich an unverschleierte Frauen in der Öffentlichkeit gewöhnen. Die Vergewaltigungen und Frauenunterdrückung würden aufhören. Diese Frauen hätten dann dank Ihrer Waffen genug Macht und Firepower sich gegen die Taliban und andere Warlords erfolgreich wehren zu können und hätten auch die allergrößte Motivation, dies zu tun. Denn sie haben am Meisten zu verlieren, nämlich sich selbst, ihr Leben und das ihrer Kinder. Und das sie das durchaus bewältigen könnten, sieht man an den beiden stärksten Armeen der Welt. Der US-Armee und der israelischen IDF. Wo Frauen in der Armee Dienst leisten, geht es eben auch mit der Kampfkraft ganz weit nach oben.

Stattdessen setzet man in Afghanistan derzeit auf Kindersoldaten. Die Taliban bildet fleissig Kindersoldaten aus. 5 jährige Buben sind sehr gewandt im Umgang mit Ak-47 oder noch schwereren MG’s und wissen schon wie man “Allahu Akbar” im Kindergarten-Terrorcamp ruft. Heute noch Sohn – Morgen Vergewaltiger und Executeur der eigenen Mütter. Dann doch lieber die Waffen zu 100% in Frauenhände. Es gibt keine Alternative.
All jene die damals Herberts Grönemeyer’s “Kinder an die Macht” gut fanden, sollten nochmal sehr ernsthaft darüber nachdenken

In Deutschland dagegen ist die Diskussion über eine Frauenquote völlig unsinnig und schlägt gerade aktuell in Kreuzberg ins barbarische Gegenteil um. Dort soll der Vorplatz des jüdischen Museums nicht nach Moses Mendelsohn benannt werden dürfen, weil er keine Frau ist. Und als Frau sollte die Frauenqoute ablehnen und sich stattdessen zu 100% der Forderung zu anschließen, dass es WIRKLICH NUR nach Qualifikation gehen sollte. Dann würden nämlich ~60% der Vorstands- und Managerposten mit Frauen besetzt werden müssen. Deutlich mehr Frauen machen seit Jahren Abitur und Hochschulabschlüsse als ihre männlichen Kollegen. Ergo Frauen sind wesentlich gebildeter heutzutage als Männer.

Den Männern geht es hier NUR um Machterhalt durchgesetzt mit dümmlichen Argumenten. Womit wir wieder in Afghanistan wären. Das verbindet Männer weltweit. Sie haben viel zu verlieren und die Frauen viel zu gewinnen.

Wer Demokratie und Menschenrechte in Afghanistan JETZT will,
braucht 100 % Frauenquote innerhalb der afghanischen Armee!

Noch ist es nicht zu spät!
Herren & Frauen der Schöpfung wacht auf!

Und dies wäre eine weit bessere Lösung für Syrien und andere Staaten, anstatt männliche Mörderbanden und  Jihadist Gruppen zu bewaffnen. Frauen-Armee  Jetzt!

By Israeldossiers – New York, den 25 April 2013

Der Wahrheit verpflichtet: Der SPIEGEL im “Heiligen Land”

Der SPIEGEL, das nach eigenen Angaben “deutsche Nachrichten-Magazin”, muß vor dem für diese Woche geplanten Besuch Barack Hussein Obamas einmal mehr besorgt auf Israel und dessen Gast blicken. Es läuft nämlich einiges nicht nach Hamburger Plänen im so vorgestellten Heiligen Land.

“[I]n Israel spielt der Konflikt mit den Palästinensern keine große Rolle mehr. Weder im Wahlkampf noch während des sechswöchigen Verhandlungsmarathons über eine Regierungskoalition war der Friedensprozess ein Gesprächsthema.”

Benjamin Netanjahu, der alte und neue Regierungschef, hat nämlich bloß, wie man vor vier Wochen sogar in der Süddeutschen hätte nachlesen können, mit Tzipi Livni die ehemalige Außenministerin als “Justizministerin und Beauftragte für Friedensverhandlungen mit den Palästinensern” gewinnen können.

“Giving her the additional role of chief negotiator with the Palestinians”, räumte selbst der britische Guardian ein, “appears designed to indicate a readiness to re-engage in the moribund peace process”. Als Ministerin Ehud Olmerts habe Tzipi Livni sich als “kämpferische Verhandlungsführerin mit Sinn für Ironie” bewährt.

Um ihre These nicht zu stören, verzichtet Autorin Julia Amalia Heyer im SPIEGEL darauf, Tzipi Livni und die ihr zugedachte Rolle überhaupt auch nur einmal zu erwähnen. Dafür aber klagt sie darüber, daß Yair Lapid als “Überraschungsgewinner der Wahl” sich zum neuen Finanzminister hat ernennen lassen.

“Ob der frühere Fernsehmoderator nebenbei noch Zeit finden wird, die Verhandlungen mit den Palästinensern voranzutreiben, wie es zumindest im Programm seiner ‘Zukunftspartei’ steht, ist fraglich.”

Die, die ausdrücklich mit einem Verhandlungsmandat ausgestattet wird, wird verschwiegen; und über den, der sie dabei vielleicht unterstützen könnte, wird spekuliert – so macht der SPIEGEL passend, was zum Ressentiment nicht paßt. Da ist es auch nur folgerichtig, desinformiert Julia Amalia Heyer schließlich über E1.

“E1 steht für East 1, eine freie Fläche zwischen Ostjerusalem und der Siedlung Maale Adumim. [..] Die geplante Siedlung würde das Westjordanland in zwei Teile zerschneiden; es wäre möglicherweise das Ende der Zweistaatenlösung.”

“Development of E1 [..] would not divide the West Bank in two. [..] [T]he proposed development would not technically make a contiguous Palestinian state impossible”, korrigierte die New York Times sich am 16. Dezember. Drei Monate später beweist Julia Amalia Heyer, daß Richtigstellungen sinnlos sind.

Stéphane Hessel: Empört Euch! Die Lügen endlich auch auf Deutsch

In 15 Sprachen ist Empörung inzwischen zu haben, auch auf Deutsch.

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) kommt in die Hufe. DPA plaudert für sie mit dem Aktivisten und bläht dessen 14 Seiten Text des Pamphlets auf zu knapp 30 Seiten Wer die Interviewpartner der DPA sind, teilt die SZ nicht mit. Im Text ruft er zum Protest gegen Ungerechtigkeit und das Finanzmonopol auf. Das Finanzmonopol wird von Stéphane Hessel also nicht als ungerecht eingeschätzt. Wer hätte das von dem bösen Alten gedacht?

Welche Lügen gibt´s sonst noch? Quoi de 9 ?

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Hamburger Demokratieforschung: Von guten und weniger würdigen Extremisten

Haneen Zoabi ist selbst nach Ansicht der Haaretz alles andere als eine irgendwie normale Abgeordnete der Knesset, dem israelischen Parlament. Haneen Zoabi, heißt es in einem Porträt der linken Tageszeitung, “ist lästig. Und das ist keine Beleidigung, ganz im Gegenteil. Zoabi weiß, daß sie lästig ist, und das genießt sie.”

Tatsächlich gibt es unter den Abgeordneten in der Knesset wohl niemanden, der die jüdische Demokratie so offen ablehnt und bekämpft wie Haneen Zoabi, die daher gewiß nicht gerade zufällig von der “linken” Abgeordneten Annette Groth im Rahmen des Bundestags-Programms “Parlamentarier schützen Parlamentarier” wohlwollend betreut wird.

Als die Abgeordneten der 19. Knesset in der vergangenen Woche zu ihrer ersten Sitzung zusammentraten, da war es denn auch Haneen Zoabi, die für einen ersten kleinen, aber dennoch symbolträchtigen Eklat sorgte: Während alle anderen Abgeordneten der Hymne der Demokratie Israel lauschen wollten, stürmte Haneen Zoabi aus dem Parlament.

Nahtlos setzte sie damit ihre Angriffe auf Israel fort, die bereits ihre erste Mitgliedschaft in der Knesset kennzeichneten. 2010 beteiligte sie sich am völkerrechtswidrigen und bewaffneten Versuch, die als “Blockade” diffamierten Maßnahmen der israelischen Marine zur Verhinderung des Schmuggels von Waffen nach Gaza zu sabotieren.

Zwei Jahre später, die Hisbollah hatte gerade im bulgarischen Bourgas einen Anschlag auf israelische Touristen verübt und dabei fünf von ihnen ermordet und mehr als 30 verletzt, rechtfertigte Haneen Zoabi das Massaker: “Israel ist kein Opfer, und selbst wenn Zivilisten getötet wurden, so ist es die israelische Besatzungspolitik, die dafür verantwortlich ist.”

Als der SPIEGEL in seiner Ausgabe vom 28. Januar in einem Beitrag vom Wahlausgang in Israel berichtete, meinte der oder die Autor/in hervorheben zu müssen, daß “im neuen Parlament [..] auch zahlreiche Extremisten vertreten” seien; 12 Abgeordnete gehörten der “ultranationalistische[n] Partei Habajit Hajehudi” an, “Rechtsnationale” kämen für die Liste Likud-Beitenu ins Parlament.

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“Viele dieser Abgeordneten versprechen, die umstrittenen Bauvorhaben in Palästinensergebieten voranzutreiben oder gleich weite Teile des Westjordanlandes zu annektieren. Die meisten wenden sich offen gegen einen palästinensischen Staat.”

Und während das deutsche demokratische Sturmgeschütz sich noch über den “verurteilten Rassisten und notorischen Volksverhetzer Mosche Feiglin” echauffierte, reichte die Empörung nicht mehr für eine Erwähnung Haneen Zoabis. Sie ist den Hamburger Sturmschützen offenbar nicht extremistisch genug.

Könnte das daran liegen, daß sie keine Jüdin ist?

Wo bleibt die Berichterstattung: Steine werfen

No Word from Western Media
– Kein Wort dazu von westlichen Medien


Camera Snapshots from Israel 16.1.2013 (ab)

abseits vom mainstream - heplev

CAMERA snapshots, 16. Januar 2013

Wenn man an Steine werfen denkt, was fällt einem da ein? An Sommernachmittagen träge Steinchen auf dem Wasser eines Teichs springen zu lassen?

Wie wär’s hiermit:

Am 16. Januar wurde ein Kind verletzt, als palästinensische Araber einen Stein durch die Windschutzscheibe des Autos wuchteten, in dem der Junge saß.

Im Dezember schleuderte ein arabischer Teenager einen Stein durch die Windschutzscheibe eines Autos und tötete beinahe ein Baby, als er nur ein paar Zentimeter neben dem Säugling einschlug. 2011 wurden Asher Palmer und sein kleiner Sohn Yonatan getötet, als ihr Auto sich überschlug, nachdem es mit einem Hagel Felsbrocken bombardiert wurde.

Auf den Seiten der New York Times empfahl Tom Friedman, die Araber der Westbank sollten Steinwürfe als Teil von „nicht gewalttätiger Opposition“ betreiben. Nick Kristof beschrieb, wie Palästinenser „nicht gewalttätigen, friedlichen Widerstand“ der Art betreiben, „wie sie vom Werk Mahatma Gandhis und Dr. Martin…

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Antisemit? Jakob Augstein? Nein!

Antisemit? Jakob Augstein? Nein!

Das Problem entsteht aus dem Gebrauch unzutreffender Begriffe. Mit dem Begriff “Antisemitismus” ist es wie mit dem Begriff “Holocaust”. Mit beiden  verbinden Deutsche nichts, sie gehen sie nichts an, werden bei Bedarf ausgegrenzt, und Bedarf ist oft. Der Autor der “Gartenlaube” Wilhelm Marr hat “Antisemitismus” 1879 in die Welt gesetzt, um pseudowissenschaftlich zu verbrämen und zu rechtfertigen, was zu deutsch Judenfeindschaft, Judenhaß, Verachtung von Juden ist, ein Ressentiment. “Er trug damit zu einem neuen Wortschatz bei – einem, mit dem sich die jahrhundertealte Feindschaft gegenüber den Juden wirkungsmächtig ausdrücken ließ, ” schreibt das Deutsche Historische Institut Washington.

Der kleine Unterschied

Und es gibt ihn doch. Den deutschen Antisemiten außerhalb von NPD und Kameradschaften. Claudia Roth hat ihn entdeckt. Er hört auf den Namen Bushido, verdient seine Brötchen durch Lärmgesang auf dem Sprachniveau der RTL-Nachmittage, ist nebenher burdazertifizierter Integrationsexperte. Unglücklicherweise jedoch kann er auch twittern und das tat er kürzlich mit einer eigenwilligen Landkarte, die einen Staat Palästina auf dem Territorium Israels zeigte.

Nun sagt einem die Logik, dass es zur Erreichung dieses Zieles der Vernichtung des Staates Israel bedarf, was ausnahmsweise auch die erkannten, die sonst Partnerschaften mit der Fatah pflegen, deren ausdrückliches Ziel, allen anderslautenden Gerüchten entgegen, eben jene Vernichtung ist oder nach gemäßigten Hamasniks suchen. Der Raprüpel mutierte flugs ob seiner Lust am Ausradieren zum idealen Antiaugstein. Haltet Bushido, den unrasierten Antisemiten, gewissermaßen, dann sieht man, dass der gebildete junge Mann im Anzug ganz anders ist. Besonders augenfällig dabei der Facebookabgeordnete Polenz mit seinem virtuellen Fanclub der unnachahmlichen Mischung aus Freunden der umbenannten SED, Islamfans aller Schattierungen und sonstigen Israelhassern. Sich gerade noch zu seiner Solidarität mit Augstein bekennend, erkannte er bei Bushido die Grenzen. Ein Skandal, erfuhr die Bild vom ihm, dass der Sangesfreund das Existenzrecht Israels in Frage stelle.

Bevor nun einer den Unterschied zwischen Augstein und Bushido in der Kleidung oder der Primitivartikulation suchte, gar einen versteckten Rassismus bei Polenz und der Betroffenheitsclaudia vermutete, ließe sich der Versuch unternehmen, den entscheidenden inhaltlichen Punkt zu finden.

Mit welchen Worten war Polenz noch zur Verteidigung Augsteins in einem Facebookkommentar in die Offensive gegangen? “Kritisiert wurde Broder, weil er Augstein einen Antisemiten genannt hat. Das ist angesichts der deutschen Geschichte so ziemlich der schlimmste politische Vorwurf, den man jemandem machen kann. Broder geht mit diesem Vorwurf außerordentlich freigiebig um”. Dies muss man sich schon mehrfach auf der Zunge zergehen lassen, weshalb Alan Posener im selben Thread konterte, weil die Deutschen ein paar Millionen Juden umgebracht hätten, dürfe nach Polenz Logik heute keinem Deutschen vorgeworfen werden, Antisemit zu sein. Wollte also man immun gegen den Vorwurf des Antisemitismus werden, sollte man sich eine Nazi-Vergangenheit anschaffen. Bei Engländern oder Franzosen wäre das, folgte man diesen kruden Gedankengängen, anders.

Da liegt der deutsche Hund begraben. Deutschland hat einfach den Antisemitismus in bislang unerreichte Größenordnung getrieben. Den hiesigen Maßstab, was Antisemitismus ausmacht, haben die Nazis gesetzt. Wie praktisch, sagt sich der gemeine Israelkritiker und bastelt eine grotesk unsinnige Kausalkette, die in Deutschland nur auf Begeisterung stoßen kann. Wer Antisemit ist, will Juden ermorden und ist damit Nazi. Juden gleich morden will er natürlich nicht, Nazi ist er auch nicht, daher kann er kein Antisemit sein. Das durchzieht zwischen den Zeilen fast alle Augsteinverteidiger, nur hat es keiner derart offen wie Polenz ausgesprochen.

Augstein verleumdet Israel, ausgerechnet von Deniz Yücel in der TAZ noch einmal treffend dargestellt, spielt mit alten antijüdischen Stereotypen, versucht durch den Einfluss des Spiegels Waffenlieferungen zur Selbstverteidigung zu unterbinden, nennt den einzigen Staat des Vorderen Orients, in dem Araber in einem stabilen demokratischen Rechtsstaat leben, einen Apartheitsstaat, tut alles um das Ansehen Israels zu untergraben, um die Bereitschaft Deutschlands für dessen Existenz einzustehen, immer weiter zu verringern. Er erfüllt seine Aufgabe, die zu unterstützen, die Israel von der Erde tilgen wollen, ob sie Hamas oder Fatah heißen. Aber er spricht es nicht aus, das böse Wort Vernichtung. Wer aber in diesem Land nicht ausdrücklich ausrotten ruft, kann nach den umwerfenden polenzschen Regeln nicht Antisemit sein. Bushido hat das nicht gerafft, seine Grafik setzt offen die Beseitigung des jüdischen Staates voraus. Also schließt die Claudia messerscharf, da ist er, der Antisemit. Dumm gelaufen für ihn. Eigentlich ganz einfach. Es hat eben seine Besonderheiten, Deutscher zu sein.

Darum war das mit der Integration noch nicht ganz perfekt. Dank der Naziverbrechen darf man zwar Israel verleumden, allen Lügen, Vorurteilen freien Lauf lassen und das legitime Israelkritik nennen, aber das Fordern der Auslöschung selber überlässt man getrost seinen nahöstlichen Teegesellschaften, Kooperationspartnern und sonstigen Freunden, für die man hier das Feld bestellt. Der Bambi kam einen Tick verfrüht für Bushido. Aber es lässt sich ja nachholen. Vom Augstein lernen, heißt sich richtig integrieren lernen.

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Erstveröffentlichung bei Schwarzweiß – Kontraste – Zwischentöne

Augstein um Augstein

Vor schon fünf Jahren waren Rudolf (!) Augstein und der SPIEGEL Thema eines Gastbeitrags bei Lizas Welt, der in die heutige Pro-(Jakob) Augstein-Hysterie voll und ganz hinein passt:

Als Rudolf Augstein vor etwas mehr als vier Jahren starb, brach auch bei seinem wöchentlich erscheinenden „Sturmgeschütz der Demokratie“ ein neues Zeitalter an. Denn der Träger des Eisernen Kreuzes 2. Klasse war nicht nur dessen Gründer und Herausgeber, sondern weit mehr; ein Spiegel ohne ihn schien kaum denkbar. Doch erstens gibt es das Blatt immer noch, und zweitens müsste sein Erfinder sich angesichts des weiteren Werdegangs gewiss nicht im Grabe umdrehen. Denn die Zeitschrift wird in seinem Geiste weitergeführt, und dazu gehören neben dem obligatorischen Antiamerikanismus regelmäßige publizistische Attacken gegen Israel und damit verbunden immer wieder Beiträge, aus denen der Antisemitismus förmlich herausquillt, wie unlängst die Titelstory der Weihnachtsausgabe zeigte. Augstein hätte seine helle Freude gehabt an den judenfeindlichen Tiraden seiner Nachfolger, denn schon ihm war Israel „ein künstlicher, von religiösen Fundamentalisten regierter ‚Gottesstaat’, der extrem aggressiv auftritt, immer wieder mal auf Eroberungszüge geht, wenn ihm danach ist, der rassistisch Minderheiten unterdrückt, im Kern aber verfault, mit der Erbsünde des wider Erwarten gewonnenen Unabhängigkeitskrieges belastet und früher oder später dem Untergang geweiht ist; der durch seine unheilvolle Lobby den amerikanischen Präsidenten nach seiner Pfeife tanzen lässt, aus dem Holocaust das Recht ableitet, brutale Gewalt anzuwenden und Deutschland um Milliarden zu erleichtern – und der letztlich selbstredend auch die größte Gefahr für den Weltfrieden darstellt“, fasst Claudio Casula in seinem Gastbeitrag für Lizas Welt zusammen.

Rudolf Augstein hatte in den Anfangsjahren des Spiegel zwei bewährten NS-Propagandisten Posten als Ressortleiter verschafft: dem Gestapo-Chef Rudolf Diels und einem engen Mitarbeiter des Leiters der Kriminalpolizei im Dritten Reich, Bernhard Wehner. Letzterer hatte sogar noch die Ehre, nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 dem halbwegs Unversehrten zu Hilfe eilen und ihm ein „Doch, mein Führer, es ist ein Wunder“ entbieten zu dürfen, als dieser ihn fragte: „Was sagen Sie zu dem Wunder, dass mir nichts passiert ist? Ist es nicht ein Wunder?“ Diels wiederum war unter anderem für eine Massenverhaftungswelle in der Nacht des Reichstagsbrands verantwortlich, die Kommunisten und Sozialdemokraten traf und der auch Schriftsteller wie Egon Erwin Kisch, Erich Mühsam und Carl von Ossietzky zum Opfer fielen. Die beiden Altnazis prägten mit ihren Beiträgen die Linie des Spiegels nicht unwesentlich, und Weltkriegsleutnant Augstein hatte sein Auskommen mit ihnen. Heute sind solche alten Kämpfer erstens biologisch reduziert worden und zweitens schlicht kontraproduktiv, denn eine „Israel-Kritik“ auf der Höhe der Zeit gibt sich nassforsch-unbekümmert und mondän; da stören die Ewiggestrigen – deren Taten man inzwischen geißelt, um das größte Mahnmal der Welt bauen und moralischen Mehrwert einstreichen zu können – mehr, als dass sie nutzen würden. Warum sie sich leider trotzdem zufrieden zurücklehnen können und was über Augsteins Erbe sonst noch zu sagen ist, verrät der folgende Beitrag.

CLAUDIO CASULA

Wie der Herr, so’s G’scherr

Mutmaßliche Absicht

Claudio Casula, Spirit of Entebbe, 10. Januar 2013

Heute weiß Spiegel online von einer Explosion in Tel Aviv zu berichten, die offenbar einen kriminellen Hintergrund hatte. Und stellt bei dieser Gelegenheit – aus Schlampigkeit (eher weniger wahrscheinlich) oder Vorsatz (erfahrungsgemäß der Fall) – unter Beweis, nicht up to date zu sein:

Das Fahrzeug ist der Polizei zufolge in der Nähe eines Busses detoniert. An einem nicht weit entfernten Ort hatten Ende November mutmaßlich palästinensische Extremisten einen Bombenanschlag auf einen Bus verübt, bei dem etwa 20 Menschen verletzt worden waren.

Dem sachkundigeren Beobachter fällt auf, dass hier mit dem Adjektiv mutmaßlich der Eindruck erweckt wird, als bestünden an der Herkunft des Täters irgendwelche Zweifel. Dem ist aber mitnichten so. Der Attentäter wurde bereits kurz nach dem Terroranschlag ermittelt; er heißt Muhammad Mafarji, ist Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft (die er im Rahmen einer Familienzusammenführung erhielt) und gehört einer islamistischen Terrorzelle an, die wiederum mit der Hamas und dem Islamischen Dschihad zu tun hat. Nach der Deponierung des Sprengsatzes in einem Dan-Bus der Linie 142, dessen Explosion per Fernzündung übrigens nicht „etwa 20“ sondern 28 Menschen verletzte, drei davon schwer, fuhr Mafarji seelenruhig nach Modi´in zurück, um seine Nachmittagsschicht in der McDonald´s-Filiale anzutreten, in der er zu arbeiten pflegt. Ist in israelischen Zeitungen (und auch in der englischsprachigen Wikipedia) schon lange nachzulesen, wenn man Recherche nicht für ein französisches Schimpfwort hält. Es sei denn, man lässt es bei den Agenturen kgp/dpa/AFP lieber bleiben, damit die Herkunft des anonymen Terroristen und seiner Hintermänner (im Agentursprech: „Extremisten“) unklar erscheint; da ist ein eingeschobenes mutmaßlich ungemein hilfreich. Mutmaßlich ist der Papst katholisch. Aber sicher ist das nicht.

»Augstein hat eine Grenze überschritten«

Noch immer dauert die Debatte über Jakob Augstein und seine Erwähnung in den »2012 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs« des Simon Wiesenthal Centers (SWC) an – eine Debatte, in der sich die Grenzen des Unsäglichen in Bezug auf die »Israelkritik« noch einmal derart stark verschoben haben, dass selbst übelste Tiraden gegen den jüdischen Staat äußerstenfalls als »grenzwertig«, keinesfalls aber als antisemitisch qualifiziert werden. Überdies hat der Spiegel den stellvertretenden Direktor des SWC, Rabbi Abraham Cooper, scharf angegriffen. Dieser hatte seine Zustimmung zu einem gemeinsamen Interview des Magazins mit ihm und Augstein davon abhängig gemacht, dass Letzterer sich zuvor entschuldigt. Für Lizas Welt sprach Stefan Frank mit Rabbi Cooper über die »Top Ten«, Augsteins »Israelkritik« und die Diskussion in den deutschen Medien.


Lizas Welt: Was ist die Idee hinter der Liste der »Top Ten der antisemitischen und antiisraelischen Schmähungen?«

Rabbi Cooper: Die Top-Ten-Liste ist unser Versuch, eine Momentaufnahme von Beispielen des Mainstream-Antisemitismus zu liefern. Der wichtige Punkt dabei ist, dass es nicht um die Ränder der Gesellschaft geht. Darum befinden sich in der Liste Regierungen und Massenbewegungen – aus Iran, aus Ägypten – und extremistische Mainstreamparteien etwa aus Griechenland, Ungarn und der Ukraine.

Wer kam darauf, einen unbedeutenden deutschen Journalisten wie Jakob Augstein aufzunehmen?

In der Internetära gibt es keine »unbedeutenden« Beiträger beim Spiegel mehr. Wir haben eine internationale Schar von Mitgliedern und Onlineaktivisten, die uns aus allen Teilen der Welt informiert, auch aus Deutschland. Um es festzuhalten: Wir hatten keinen Kontakt zu Henryk M. Broder – nicht vor, nicht während und nicht nach der Auswahl. Die redaktionellen Entscheidungen wurden alle in Los Angeles von den führenden Mitarbeitern unseres Zentrums getroffen. Die Wahl von Herrn Augstein gründet sich auf das, was er gesagt hat, und darauf, wie er es gesagt hat. Und um auch das klarzustellen: Wir repräsentieren keine Regierung, auch nicht die des Staates Israel. Wir geben ihr keinen Blankoscheck dafür, ohne Kritik das zu tun, was immer sie tut. Die Israelis selbst sind jeden Morgen die ersten, die die Politik der Regierung kritisieren.

Wir kritisieren Herrn Augstein nicht dafür, dass er zum Beispiel Kommentare über die Haredi-Juden in Israel veröffentlicht. Die Haredim sind ein sehr wichtiges soziales und politisches Thema, das auch in Israel diskutiert wird. Worum es geht, ist, dass er in seinen Äußerungen die schlimmsten Stereotype benutzt, um eine ganze Gemeinschaft zu erniedrigen. Diese Äußerungen basieren nicht auf Tatsachen. Und wenn er Sachen sagt wie: die Haredim seien aus dem gleichen Holz geschnitzt wie die Islamisten und folgten dem Gesetz der Rache, dann ist das wirklich völlig inakzeptabel. Was er sagt, ist nicht wahr und kann nicht belegt werden.

Das Gleiche gilt für seine anderen Auslassungen. Wollen Sie über Gaza reden? Ich glaube nicht, dass der Begriff »Lager« angemessen ist. Vielleicht liest Herr Augstein keine Zeitungen. Vielleicht schreibt er nur in ihnen. Jemand sollte ihm sagen, dass es im Gazastreifen schon seit etlichen Jahren keine Juden oder Israelis mehr gibt. Und was Israel als angeblichen Kriegstreiber betrifft oder Israel und die republikanische Partei in den Vereinigten Staaten als die klammheimlichen Sieger des leider gescheiterten arabischen Frühlings – das überschreitet einfach eine Grenze.

Und dann sind da noch seine Kommentare über die nukleare Gefahr im Nahen Osten, die nicht vom Iran, sondern von Israel ausgehe – auch hier wieder: Wo sind die Belege für solche Behauptungen? Rabbi Hier [der Direktor und Gründer des Simon Wiesenthal Centers] und ich haben in den letzten drei Jahren zahlreiche Führer der arabischen Welt und der Golfstaaten getroffen, von denen keiner Israel besonders freundlich gegenübersteht. Und sie alle sind wegen des iranischen Atomprogramms in großer Sorge und äußern offen ihre Angst. Sie drängen Präsident Obama, die Gefahr eines nuklearen Iran zu beseitigen.

Kurzum: Augstein wurde ausgewählt, weil er unmittelbaren und ständigen Zugang zum Mainstream der öffentlichen Meinung in Deutschland hat, einer wichtigen Demokratie. Indem er immer wieder die Linie dessen überschreitet, was Natan Sharansky die drei »D« nennt – doppelte Standards bei der Beurteilung, Dämonisierung und Delegitimierung Israels –, hat er sich seinen Platz in den Top Ten verdient.

Werfen wir einen Blick auf die deutsche Presse…

Das Wichtigste im Hinblick auf die deutschen Medien ist Folgendes: Meines Wissens hat sich kein deutscher Journalist an Herrn Augstein gewandt und zu ihm gesagt: »Hier sind die Worte, die Sie benutzt haben, können Sie verteidigen, was Sie über die Haredim sagen?« – von denen übrigens viele ihre Großeltern, Eltern, Ehepartner, Brüder oder Schwestern im Holocaust verloren haben. Ein großer Anteil der sechs Millionen, die von den Nazis ermordet wurden, fiele unter die Kategorie der Haredim. Niemand hat Augstein gefragt: »Wie können Sie solche Äußerungen rechtfertigen?«

Unsere wichtigste Antwort an die deutschen Medien ist: Warum lassen Sie nicht einfach – und endlich – Herrn Augstein direkt zu seinen eigenen Worten Stellung nehmen? Er schuldet den deutschen Lesern und dem jüdischen Volk – nicht uns, nicht dem Simon Wiesenthal Center – eine Entschuldigung.

Stattdessen gibt es mehr und mehr persönliche Angriffe gegen Sie. So wie im Spiegel, in dem der Redakteur Clemens Höges Sie als einen Spinner darstellt, der, als er gefragt wurde, ob er an einer Diskussion teilnehmen wolle, »absurde Forderungen« gestellt und E-Mails »wie aus einer anderen Welt« geschrieben habe. Höges kontrastiert das mit dem angeblich so sachlichen Augstein und fügt hinzu: Man müsse »böswillig oder auf Krawall aus sein«, um hinter dessen Äußerungen »einen Antisemiten zu sehen«. Der Vorspann des Artikels lautet: »Was ein gescheitertes Streitgespräch über die Dialogfähigkeit des Simon Wiesenthal Center sagt.« Der Artikel beginnt mit dem Satz: »Es wirkte wie ein gänzlich unerwarteter Tritt in den Rücken, verpasst von jemandem, der eigentlich als harmlos gilt.« Höges recycelt hier das Nazi-Motiv des Dolchstoßes in den Rücken. Überrascht es Sie, bei deutschen Journalisten soviel Bösartigkeit anzutreffen – wie auch eine solch große Phalanx der Augsteinverteidiger von ganz links bis ganz rechts?

Es stimmt, dass der Spiegel mich kontaktiert und ein gemeinsames Interview mit Herrn Augstein in einer der beiden Redaktionen, in Hamburg oder Berlin, vorgeschlagen hat. Meine Antwort war, dass ich einem solchen Treffen nur zustimmen würde, wenn Augstein sich für seine Äußerungen entschuldigte. Ich habe dem Spiegel gleichzeitig angeboten, dass er separate Interviews führen könne und ich dafür nach Deutschland kommen würde.

Nach der Veröffentlichung des Artikels war ich doch etwas überrascht: Seit 35 Jahren arbeite ich in diesem Bereich; 29 Jahre lang hatte ich die Ehre, an Simon Wiesenthals Seite sein zu dürfen. Zum ersten Mal erlebe ich nun, dass jemand private Gespräche oder Diskussionen zur Grundlage für eine öffentliche Verlautbarung macht. Mein Kommentar gegenüber dem Spiegel war der folgende: Der Mann hat öffentlich Aussagen getätigt. Er sollte – gegenüber dem Spiegel oder jemand anderem – Stellung nehmen zu den Äußerungen, die ihm in diesem Jahr Platz neun bei uns eingebracht haben. Das ist das Wichtigste, was zu geschehen hat.

»E-Mails wie aus einer anderen Welt«? Vielleicht. In der Welt, in der ich lebe, sagt man, dass jemand, der in einer Demokratie ein solch wichtiges Medium wie den Spiegel zu seiner Verfügung hat, die Verantwortung hat, darauf zu achten, dass das, was gesagt wird, innerhalb legitimer Kritik bleibt und die Grenzen nicht überschreitet. Leider haben die Äußerungen diese Linie überschritten. Ich wäre sehr glücklich, darüber mit dem Spiegel oder einem Sender zu sprechen. Die anfängliche, die Schlüsselfrage ist immer noch auf dem Tapet: Augstein zu den konkreten Zitaten Stellung nehmen zu lassen, die die Grenze zu den genannten drei »D« überschreiten.

Und die übrigens unter die Arbeitsdefinition des Antisemitismus-Begriffs der EU fallen. Leider sind viele deutsche Journalisten so voreingenommen gegen Israel, so ahnungslos, was die Definition und das Wesen des Antisemitismus betrifft, und leider ist der Gebrauch von antisemitischen Klischees wie dem des rachsüchtigen Juden oder dem des »Gängelbandes«, an dem Israel die Welt führe, für viele von ihnen so selbstverständlich, dass sie an Augsteins Ausfällen gar nichts Empörendes finden.

Bei allem Respekt: Ich frage mich, ob sie diese Ausfälle überhaupt gelesen haben. Sie sollten sich anschauen, was Augstein über die Haredim schreibt, zehn Prozent der israelischen Bevölkerung. Ich bin kein Haredi, ich habe meine eigenen Schwierigkeiten mit dem, was dort passiert. Viele Haredim schauen mich an und sagen, dass ich nicht jüdisch genug bin, weil ich mich nicht auf eine bestimmte Art kleide. Es geht nicht um Kritik. Es geht um die Dämonisierung einer ganzen religiösen Minderheit. Es gibt Haredim wie den Rabbi in Malmö; er und seine kleinen Kinder werden regelmäßig von Antisemiten überfallen. Sogar in Berlin gibt es leider sporadische Angriffe auf religiöse Juden.

Wenn jemand in einer Position ist, in der er der deutschen und internationalen Öffentlichkeit sagen kann, was er will, und er die Haredim das jüdische Äquivalent der Islamisten nennt, die der Welt Suicide Bombings, Terrorismus und Hass bringen, dann muss er Verantwortung für diese Worte übernehmen. Es ist wahr, dass die Haredim abgeschottet leben. Aber sie sind keine Terroristen. Sie werben nicht für Gewalt. Ich möchte nicht glauben, dass die Mehrheit der deutschen Journalisten, ganz zu schweigen von der deutschen Bevölkerung, solch einem Unsinn Glauben schenkt.

Und bevor nun jemand sagt: »Da kommt die Polizei der Political Correctness, die die Meinungsfreiheit eines Journalisten einschränken will« – ganz und gar nicht. Israel, die Haredim, alles, was angesprochen wurde, ist ein legitimer Gegenstand der Kritik. Wenn aber diese Kritik in so einen Zusammenhang gestellt wird, dann wird eine Linie überschritten. Genauso, wie Israel keinen Blankoscheck hat, hat ihn auch Herr Augstein nicht.

(Zuerst veröffentlich auf Lizas Welt.)

Die Broderverschwörung

Neulich, das heißt ungefähr vor einem Jahr, schrieb Henryk M. Broder ein Buch, in dem er seine ungeliebten Thesen zum Verhältnis gar nicht weniger deutscher Zeitgenossen zu Israel und den Juden darstellte, was seine Beliebtheit außerhalb der Fangemeinde nicht übermäßig steigerte. Das dürfte ihm eher Vergnügen gewesen sein wird, seine These allerdings wurde auf das Heftigste bestritten. Sie lautet in der laienhaften Kurzkurzfassung, der gemeine Deutsche hätte, was verständlich ist, einen shoabedingten schweren Judenkomplex, den er, was völlig unverständlich ist, einerseits durch eine regelrechte Trauerkultur gegenüber den toten Juden kompensierte, andererseits durch obsessive, meist sachlich in jeder Hinsicht unbegründete Kritik am Staate Israel und seinen jüdischen Bewohnern auslebte, wodurch er, bis zu geschmacklosen Nazivergleichen, sich die gefühlte ererbte Schuld verringerte. Am Ende gar würde er sich über die Nachfahren der Opfer erheben, weil er ja, mit Friedensdemos und Denkmälern, etwas aus der Vergangenheit gelernt hätte, diese üblen Israelis hingegen unbelehrbar bewaffnet gegen die Ausrotter von morgen vorgingen.

Gut Schönsprechen geht anders, ist nur ohnehin nicht des Broders Sache. Folglich brach eine Welle der Kritik und Widerlegungsversuche auf ihn ein, selbst bedeutungslose Gegenwartsautoren konnten es nicht lassen. Nein, so sind wir Deutschen nicht, wir haben gar keinen Judenknacks, wir kritisieren nur Regierungen. Es hätte sich unendlich weiter streiten lassen können.

Wahrscheinlich aber begab es sich zur Vorweihnachtszeit, dass Broder eine finstere Idee bekam, wie er den Christen die Feststimmung verhageln könnte. Ein Feldversuch musste her. Wie ließe sich etwas exemplarischer den Menschen vor Augen führen, als wenn man ihre Medienelite dazu brächte, unfreiwillig selbigen Judenknacks zu bestätigen? Gedacht getan, so wird es gewesen sein, nahm er Kontakt zu Efraim Zuroff auf, vom Wiesenthalinstitut, das ist bei Weltjudens bestimmt total einfach. “Du Efraim”, könnte er gesagt haben, “ihr habt da doch Eure Antisemitismusliste, diesen Denkanstoß, den keiner bekommen möchte, weshalb sie noch nie jemanden interessiert hat. Ich hätte da ein Geschäft (Juden müssen immer Geschäfte machen, ist allgemein bekannt und keineswegs antisemitisch, höchstens kapitalismuskritisch). Ich führe den deutschen Journalismus vor, sage Dir wen Du darauf setzen musst und Du bekommst Berichterstattung wie nie zuvor”. Wer könnte da nein sagen, der Efraim nicht, besonders da der Name, den Broder ihm da flüsterte, glänzend auf die Liste passte, war es doch nicht einmal ein simpler Israelkritiker, sondern ein selbstgefälliger Salonzündler mit Spaß am Spiel mit platten alten Stereotypen.

Er erreichte Platz 9, der Jakob, wie letztes Jahr Hermann Dierkes von der SED seine Platzierung bekam, sorry, Linke nennen die sich jetzt. Das Experiment konnte beginnen. Und während sich der vergessene rote Hermann still in Schlaf weinte, weil ihn vor Jahresfrist keiner erwähnte, erfüllten sich die Träume des Henryk B. Sie konnten nicht widerstehen. Ob rot ob schwarz, ob blond ob braun, wo ein gebildeter junger Kollege einfach anitsemitische Texte verfasst haben sollte, musste die deutsche Medienempörung überkochen. Böse Zungen nannten das auch die Volksgemeinschaft, richtig böse den Volkskörper. Vom Tagesspiegel über die Tagesschau, die unvemeidlichen Frankfurter Rundschau, die Zeit, die taz; Spiegel Online verstand sich von selbst. Es grauste der FAZ, bitter flennten Martenstein und Fleischhauer. Nebenher auch Jörg Lau, Matthias Matussek und viele mehr. Selbst der Zentralrat der Juden mit Salomon Korn als Vortänzer fühlte sich berufen, flugs abzuwiegeln. Schlauerweise kam keiner auch nur ansatzweise auf die Idee, irgendwas von Augstein zu zitieren, Korn hingegen mit der entwaffnenden Ehrlichkeit, kaum je etwas vom Autor gelesen zu haben, aber alle behaupteten genau zu wissen, dass es die böse Rache für ganz legitime “Israelkritik” wäre und der feine Herr A. mit den Literatenvätern nie im Leben was Antisemitisches schreiben könnte. Dass das Unfug ist, was jeder nachlesen kann, störte naturgemäß eher nicht. Im Gegenteil wollte das gewiss auch keiner wissen, denn die Empörung wäre glatt nur halb so schön gewesen,

Was lernen wir? Broder hat immer recht. Zuroff hat für seine kleine Jahresanfangsprovokation, die realistisch gesehen ziemlich unwichtig ist und die noch nie Wiederhall in der Medienwelt fand, dann ein Riesenpublikum, wenn er den Richtigen auf die Liste setzt. Den Theo, nein angeblichen Israelkritiker in uns allen. Es sticht ins deutsche Herz, trifft den Judenknacks. Wir lassen uns unsere Israelkritik nicht madig machen, egal ob die im konkreten Fall überhaupt gemeint ist oder nicht. Nein, nein, nein! Da stampfen wir mit den Füßen und sind für eine Woche alle Augstein. Versuch gelungen. Pawlow lässt grüßen. Das kann nur eine hinterlistige Verschwörung gewesen sein, auf die die dummen Deutschen richtig reingefallen sind.

In jüdischen Hirnen erdacht, versteht sich.

Eines spricht dagegen. So gelungen es gewesen wäre, was nützt der beste Weckruf, wenn die, die ihn wahrnehmen sollen, taub sind. Denn die unheilbar gesunde deutsche Welt (auch so ein Broderschnack) findet das alles normal. Das einzige, was ihr dazu einfällt, ist eine neue Facebook Seite: Schiebt Broder nach Israel ab! Das wird auch Zeit. Hätte es die Verschwörung gegeben, sie wäre vorhersehbar sinnlos gewesen. Schade eigentlich.

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Einige Presselinks wurden bei Lizas Welt geklaut, Redewendungen auch bei Otto Waalkes. Es soll alles seine deutsche Ordnung haben.

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Erstveröffentlichung bei Schwarzweiß – Kontraste – Zwischentöne

Freispruch für Deutschland

In der Debatte über die Berufung von Jakob Augstein auf eine Liste des Simon Wiesenthal Centers haben sich die Grenzen des Unsäglichen in Bezug auf die »Israelkritik« erneut verschoben. Noch die übelsten Tiraden gegen den jüdischen Staat sind – so meint eine ganz große Koalition von FAZ bis taz und von CDU bis Linkspartei – schlimmstenfalls grenzwertig, keinesfalls aber antisemitisch.

Es fängt schon mit simplen Fehlern im Rüstzeug an. Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit sollten sich als Prinzipien für jeden Journalisten eigentlich von selbst verstehen, doch ist es damit hierzulande oftmals nicht allzu weit her, auch diesmal nicht. Denn was soll das Simon Wiesenthal Center (SWC) getan haben, folgt man führenden deutschen Medien, die sich in dieser Frage nahezu wortgleich äußern? Es habe den Publizisten Jakob Augstein »auf eine Liste der zehn schlimmsten Antisemiten der Welt gesetzt«, glaubt der Tagesspiegel, »auf Platz 9 seiner jährlichen Liste der schlimmsten Antisemiten gesetzt«, meint die Tagesschau, »auf Platz neun einer Liste der weltweit zehn schlimmsten Antisemiten gesetzt«, behauptet die Frankfurter Rundschau, »zu einem der schlimmsten Antisemiten der Welt erklärt«, beteuert die Zeit, »auf Platz neun der Liste der zehn schlimmsten Antisemiten« nominiert, ist die FAZ überzeugt, »auf einer Rangliste der schlimmsten Antisemiten der Welt auf Platz neun gesetzt«, schreibt Spiegel Online, »auf Platz neun der gefährlichsten Antisemiten weltweit verortet«, erklärt die taz. Knapp daneben ist auch vorbei, kann man da nur konstatieren.

Die besagte Liste umfasst in Wahrheit nämlich die »2012 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs« – also die zehn aus Sicht des SWC erwähnenswertesten antisemitischen respektive antiisraelischen Verunglimpfungen des vergangenen Jahres –, ist also wesentlich eher eine Sammlung markanter Zitate als ein Fahndungsaufruf. Und das Ziel ist es dabei offenkundig auch weniger, eine Rangliste entlang der machtbedingten Gefährlichkeit der Urheber dieser Zitate zu erstellen, als vielmehr, plakativ zu verdeutlichen, wie beängstigend groß das Spektrum des Judenhasses weltweit ist und wie sich der massenkompatible Antisemitismus in den einzelnen politischen Lagern äußert, selbst bei vermeintlich unverdächtigen, seriösen Akteuren. So erklärt sich auch, warum bei der Erstveröffentlichung der »Top Ten« im Jahr 2010 die renommierte amerikanische Journalistin Helen Thomas, immerhin dienstältestes Mitglied des White House Press Corps, auf dem ersten Platz landete und ein Jahr später der griechische Komponist und Politiker Mikis Theodorakis, eine Ikone der Linken, Dritter wurde. Ebenfalls in den letzten Jahren dabei: ein Mitglied der EU-Kommission, ein populärer Filmregisseur, ein prominenter Pastor und sogar die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter.

Auch zwei Deutsche schafften es schon vor Augstein mit antisemitischen Äußerungen in die »Top Ten« des SWC: Thilo Sarrazin im Jahr 2010 und Hermann Dierkes zwölf Monate später. Darüber echauffiert hat sich damals allerdings kaum jemand: Bei dem einen interessierten sich die Medien erheblich mehr für dessen Äußerungen zum Islam, und der andere ist ein derartig bockbeiniger Desperado, dass ihn außerhalb der Linkspartei kaum jemand verteidigen mochte. Augsteins Nominierung dagegen sorgt nun für eine Welle der Empörung in nahezu sämtlichen Medien und in fast allen politischen Lagern (selbst beim Zentralrat der Juden in Deutschland, der augenscheinlich nach dem Motto »Lieber mit der Rotte heulen als im Abseits stehen« verfährt). Nicht wenige glauben, dem SWC allerlei Ratschläge erteilen zu müssen, wie es seine »Top Ten« zu gestalten und welche Kriterien es dafür zugrunde zu legen habe. In Abwandlung von Karl Luegers Diktum »Wer Jude ist, bestimme ich« heißt es nun: »Wer Antisemit ist, bestimmen wir« – und nicht etwa eine jüdisch-amerikanische Organisation, deren Namensgeber, ein Überlebender der Shoa, die »Suche nach Gerechtigkeit für Millionen unschuldig Ermordeter« zu seiner Lebensaufgabe gemacht hatte.


Das Gerücht über die Juden

Dabei gibt es beste Gründe, Augstein einen Antisemiten zu nennen, wie insbesondere Henryk M. Broder in der Welt, Rainer Trampert in Konkret und Stefan Gärtner in der Titanic (sic!) überzeugend nachgewiesen haben. »Die fantasierte jüdische Weltherrschaft«, so resümiert Trampert, »die Weltkriegsgefahr, die Aufregung über eine Fiktion und die Gleichgültigkeit gegenüber realen Kriegen und Kriegstoten, die Insinuationen, dass Israel hinter dem Mohammed-Film, dem Krieg in Syrien und der iranischen Bombe stecke und die Toten in den innerarabischen Machtkämpfen zu verantworten habe, die Wiederholung der Lüge vom Juden, der aus dem Antisemitismus Profit schlage, diese ganze Sammlung perfider Projektionen zeigt eine Verblendung, die mit einer Kritik an Aspekten israelischer Politik nichts mehr zu tun hat.« Hinzu gesellt sich noch der altbekannte Trick, »sich als Verfolgte[r] darzustellen«, wie Adorno analysierte, »sich zu gebärden, als wäre durch die öffentliche Meinung, die Äußerungen des Antisemitismus heute unmöglich macht, der Antisemit eigentlich der, gegen den der Stachel der Gesellschaft sich richtet, während im Allgemeinen die Antisemiten doch die sind, die den Stachel der Gesellschaft am grausamsten und am erfolgreichsten handhaben«. Oder, um es mit Stefan Gärtner zu formulieren: »Dass die Juden uns den Mund verbieten, ist das Gerücht über die Juden, das nach Adorno der Antisemitismus ist. Wer glaubt, dass es wahr sei, ist ein Antisemit. Augstein ist einer.«

Dass er nun trotzdem nahezu unisono freigesprochen wird, liegt maßgeblich daran, dass diejenigen, die sich zu seinen Anwälten aufschwingen, keinen Begriff vom (modernen) Antisemitismus haben und sich in Bezug auf Israel in der Regel kaum bis gar nicht von Augstein unterscheiden. »Die meisten wollen Augsteins antisemitisches Potenzial schlicht nicht erkennen, weil sie es mit ihm teilen«, schreibt Jennifer Nathalie Pyka zu Recht. Augsteins Auslassungen über den jüdischen Staat und seine Regierung hält beispielsweise der Zeit-Autor Frank Drieschner bloß für »triviale Feststellungen«, Nils Minkmar befindet in der FAZ, sie entstammten »keinem vagen Ressentiment«, sondern entsprächen »der Wahrheit«, und Christian Bommarius urteilt in der Frankfurter Rundschau, Augstein nehme sich »lediglich die Freiheit, die Regierung Netanjahu dafür zu kritisieren, wofür sie alle Welt kritisiert« – so, als wäre der fundamentale Unterschied zwischen Kritik und Ressentiment eine Frage von Mehrheiten. Henryk M. Broder hat die Unfähigkeit und den Unwillen, im Volkssport namens »Israelkritik« eine moderne und gefährliche Form von Judenhass zu erkennen, bereits im November 2011 auf den Punkt gebracht: »Für Antisemitismus gibt es in Deutschland seit 1945 einen klaren Maßstab: den Holocaust. Alles darunter ist eine Ordnungswidrigkeit.« Wenn nicht sogar ein Menschenrecht.

Und da Broder vom Simon Wiesenthal Center gewissermaßen als Gewährsmann für Augsteins Antisemitismus geführt wird, stürzen sich nun nicht wenige wie die Hyänen auf ihn. Niemand davon unternimmt auch nur den Versuch, Broders präziser und hellsichtiger Kritik mit Argumenten zu begegnen; an die Stelle einer inhaltlichen Auseinandersetzung treten teilweise hasserfüllte Beschimpfungen, die Bände sprechen. Der »Antisemitismusexperte« Klaus Holz etwa bezeichnet Broder im Deutschlandradio als »Pöbler«, Nils Minkmar nennt ihn in der FAZ den »Bud Spencer unter den deutschen Kommentatoren«, Joachim Petrick hält ihn in Augsteins Freitag für einen »hochtrabend dahergaloppierenden ruchlosen Rüstungslobbyisten des militärisch-psychiatrisch-pharmazeutischen Industriekomplexes der USA«. Für Christian Bommarius, Autor der Frankfurter Rundschau, ist der jüdische Publizist gar ein moderner Goebbels, der froh sein kann, dass er »bis heute frei herumläuft«. Es blieb Rabbi Abraham Cooper, dem stellvertretenden Direktor des SWC, vorbehalten, nüchtern klarzustellen: »Wir haben nicht mit Broder gesprochen, er hatte keinen Einfluss auf die Entscheidung. Aber ein Großteil unserer Mitglieder kennt Augstein nicht, deswegen wollten wir Broders Perspektive dazunehmen. Er ist ein in der jüdischen Gemeinde weltweit respektierter Wortarbeiter, und anders als wir ist er vor Ort in Deutschland. Augstein hat auf seine Kritik übrigens nie reagiert, das halte ich für sehr vielsagend.«


Die Grenzen des Unsäglichen

Apropos vielsagend: Kaum jemandem scheint aufgefallen zu sein, dass bereits die faktische Existenz einer ganz großen deutschen Koalition gegen das SWC und für Jakob Augstein, die von der FAZ bis zur taz und von der CDU bis zur Linkspartei reicht, einen Beweis dafür darstellt, wie falsch, um nicht zu sagen demagogisch die allenthalben – und natürlich auch von Augstein selbst – zu vernehmende Behauptung ist, der Antisemitismusbegriff werde inflationär verwendet und damit schändlich missbraucht. Ganz im Gegenteil ist durch die massive öffentliche Intervention zugunsten eines prominenten israelfeindlichen Publizisten – und genau das war ihr Ziel – die Grenze des Sagbaren (genauer: des Unsäglichen) noch einmal verschoben worden. Wer künftig behauptet, Israel führe »die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs«, gefährde den Weltfrieden und pferche Palästinenser in einem Lager namens Gaza zusammen, kann sich im Falle von Kritik bequem auf den Freispruch für Augstein berufen – der ein Freispruch für Deutschland ist und zudem einem Persilschein für die gesamte »Israelkritik« gleichkommt. Selbst am Zentrum für Antisemitismusforschung ist man schließlich der Ansicht, dass derartige Äußerungen vielleicht »grenzwertig« sind, aber nicht antisemitisch (was das ganze Elend perfekt macht, doch keineswegs überraschend kommt).

Betrachtet man die gegenwärtige Debatte geschichtspolitisch, dann gesellt sich noch ein weiterer, nicht unwichtiger Aspekt hinzu: Nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen hat Simon Wiesenthal alles daran gesetzt, nationalsozialistische Täter einem juristischen Verfahren zuzuführen, während sie in Deutschland geschützt und gedeckt wurden, Pensionen erhielten und wieder teilweise höchstrangige Ämter bekleiden durften. Als die meisten Altnazis nicht mehr lebten und es den Deutschen, nachdem sie sich wiedervereinigt hatten, schließlich auch noch gelang, einen finanziellen Schlussstrich unter die NS-Zeit zu ziehen, begannen sie, Mahnmale zu bauen, staatliche Gedenkveranstaltungen auszurichten, sich selbst für geläutert zu erklären und schließlich den moralischen Profit aus ihrer »Vergangenheitsbewältigung« einzufordern – wozu es auch gehört, die »Israelkritik« als »Lehre aus der Geschichte« zu verkaufen. Dass man diese Masche beim Simon Wiesenthal Center durchschaut, aus guten Gründen misstrauisch bleibt und auch deshalb regelmäßig Deutsche in die »Top Ten« der erwähnenswertesten antisemitischen Verunglimpfungen beruft, nehmen die Nachfahren und Erben der Täter dem Zentrum erkennbar übel.

Umso erfreulicher, dass man beim SWC nun Augsteins Nominierung bekräftigt und verteidigt. »Ich habe großes Verständnis dafür, dass Henryk M. Broder Augstein wegen dessen Agitationen mit Julius Streicher vergleicht«, sagt Efraim Zuroff, der Direktor der Jerusalemer Dependance dieser Einrichtung. »Augstein misst beim Thema Israel mit zweierlei Maß, macht aus Tätern Opfer, klammert den Terror der Hamas vollkommen aus. Seine Äußerungen sind ganz und gar empörend, diffamierend und ekelhaft.« Und Rabbi Abraham Cooper fordert: »Augstein sollte sich bei seinen Lesern und dem jüdischen Volk entschuldigen.« Dass er das nicht tun wird, darf als sicher gelten – so sicher, wie das SWC auch am Ende dieses Jahres wieder reichlich Auswahl haben wird, wenn es darum geht, die Ausfälle eines deutschen »Israelkritikers«, der kein Antisemit sein will, in die »Top Ten« zu hieven.

(Zuerst veröffentlicht auf Lizas Welt.)

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